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Wie viel Datenvolumen solltest du wählen?

Schätzungen von Mobilfunkanbietern für alltägliche Reise-Apps, wie du siehst, was dein Handy wirklich verbraucht, und wie du zwischen einem Gesamtvolumen und einem Tageskontingent wählst.

Text: · 4 Min. Lesezeit

Illustration aus Knete: Eine Hand in grünem Ärmel hält ein grünes Handy, das eine gelbe SIM-Karte mit Häkchen und einen Fortschrittsbalken zeigt, umgeben von einer Yuzu-Frucht, einem Flugticket, einem Globus, einem gelben Koffer und kleinen Wolken.

Fang damit an, wie du reist

Die passende Datenmenge hängt weniger von der Länge deiner Reise ab als davon, was du jeden Tag mit deinem Handy machst. Eine Woche mit Karten, Nachrichten und Fotos braucht weit weniger als eine Woche, in der du im Zug Serien streamst.

Zur Einordnung: Verizon beschreibt leichte Nutzung, vor allem soziale Medien und Textnachrichten, als unter 5 GB im Monat, und mittlere bis intensive Nutzung, mit Streaming und Surfen im Web, als 6 bis 12 GB im Monat.

Die Zahlen unten stammen von Mobilfunkanbietern und Dienstanbietern. Es sind Durchschnittswerte, und EE merkt an, dass dein eigener Verbrauch je nach Qualitätseinstellungen und genutzten Apps etwas höher oder niedriger ausfallen kann.

Was alltägliche Apps verbrauchen

Leichte Nutzung

  • Karten und Navigation: etwa 100 bis 200 KB pro Minute, laut EE. Das sind ungefähr 6 bis 12 MB für eine Stunde Navigation.
  • Nachrichten: Vodafone schätzt, dass 1 GB für über 1,5 Millionen WhatsApp-Nachrichten ohne Bilder oder Videos reicht, oder für etwa 1.000 E-Mails.
  • Fotos: EE setzt das Hochladen eines Fotos mit etwa 1,5 MB an, 20 geteilte Fotos am Tag ergeben also rund 30 MB.

Mittlere Nutzung

  • Surfen im Web: etwa 1 bis 4 MB pro Minute (EE).
  • Soziale Medien: etwa 1 bis 2 MB pro Minute für Facebook (EE).
  • Musikstreaming: etwa 1 bis 2 MB pro Minute (EE), oder knapp über 115 MB pro Stunde in hoher Qualität (Vodafone).

Intensive Nutzung

  • Videoanrufe: irgendwo zwischen etwa 90 MB und 1,4 GB pro Stunde, je nach Qualität (EE, auf Basis von Skype).
  • Videostreaming: Netflix schätzt bis zu 0,3 GB pro Stunde bei niedriger Einstellung, bis zu 0,7 GB bei mittlerer und bis zu 3 GB pro Stunde in HD. Mit der Option „Daten sparen“ auf dem Handy sind es etwa 6 Stunden Wiedergabe pro GB.

Aus diesen Zahlen ergibt sich eine nützliche Faustregel: Nachrichten, Karten und Fotos entscheiden selten über deinen Tarif, Videos schon.

Zwei einfache Sparmöglichkeiten helfen. Lade Serien und Playlists vor einer langen Fahrt im WLAN herunter und speichere Offlinekarten für die Gegenden, die du besuchst. Offlinekarten haben allerdings Grenzen: Google weist darauf hin, dass Routen für öffentliche Verkehrsmittel, fürs Fahrrad und zu Fuß offline nicht verfügbar sind, du brauchst also trotzdem etwas Datenvolumen für Züge und Spaziergänge.

Hotspots und Laptops

Wenn du die Verbindung deines Handys teilen willst, sieh zuerst auf deiner Tarifseite nach. Die Hotspot-Nutzung ist von Tarif zu Tarif festgelegt, also schau vor dem Kauf nach, nicht danach.

Verizon zählt die Nutzung als mobiler Hotspot zu den datenintensiven Aktivitäten, neben Cloud-Backups und Streaming, und ein Laptop kann im Hintergrund mit Softwareupdates, Backups und Dateisynchronisierung viel verbrauchen. Zwei Einstellungen helfen:

  • Windows: Geh zu Einstellungen > Netzwerk und Internet > WLAN, wähle das Netzwerk, mit dem du verbunden bist, und schalte Getaktete Verbindung ein. Windows lädt dann nur vorrangige Updates herunter, und manche Apps und Synchronisierungen können pausieren.
  • Mac: Geh zu Systemeinstellungen > WLAN, klicke neben deinem Netzwerk auf Details und schalte den Modus für geringen Datenverbrauch ein.

Prüfe, was dein Handy verbraucht hat

Dein Handy zählt laufend mit, und so lernst du ganz einfach deine eigenen Gewohnheiten kennen, bevor du einen Tarif wählst.

iPhone. Öffne Einstellungen und dann Mobilfunk (auf manchen iPhones Mobile Daten). Die Liste zeigt, wie viel jede App im aktuellen Zeitraum verbraucht hat, weiter unten stehen die Systemdienste. Hat dein iPhone mehr als eine Leitung, siehst du die Werte der Leitung, die für mobile Daten ausgewählt ist. Tippe nach der Landung ganz unten auf Statistiken zurücksetzen, dann umfasst die Zählung nur deine Reise.

Um den Verbrauch im Hintergrund zu senken, schalte den Datensparmodus ein, unter Einstellungen > Mobilfunk > Datenoptionen (auf manchen iPhones steht er unter Datenmodus). Er pausiert automatische Updates und Hintergrundaufgaben und schaltet die Hintergrundaktualisierung aus. Bei zwei Leitungen wählst du zuerst die Leitung und schaltest ihn dann ein.

Android auf einem Google Pixel. Öffne Einstellungen > Netzwerk & Internet > SIMs, dann Datennutzung durch Apps, und wähle den Zeitraum. Unter Datenwarnung und -limit kannst du eine Warnung festlegen oder ein Limit, das die mobilen Daten ausschaltet, sobald du es erreichst.

Samsung Galaxy. Öffne Einstellungen > Verbindungen > Datennutzung, dann Mobile Datennutzung, um jede App zu sehen. Der Datensparmodus verhindert, dass Apps im Hintergrund Daten nutzen.

Menünamen können je nach Handymodell und Softwareversion abweichen. Passt ein Pfad nicht genau, suche in den Einstellungen deines Handys nach „Datennutzung“.

Gesamtvolumen oder Tageskontingent

Wenn du Tarife vergleichst, achte genau auf die Art des Datenvolumens:

  • Ein Gesamtvolumen gibt dir eine Menge für die ganze Reise. Es passt zu ungleichmäßigem Reisen: Ein ruhiger Tag in einer Tempelstadt lässt mehr übrig für einen späteren Tag mit Videoanrufen.
  • Ein Tageskontingent gibt dir jeden Tag eine neue Menge. Es passt zu gleichmäßiger Nutzung, und ein einzelner intensiver Tag kann nicht die ganze Reise aufbrauchen. Sieh auf der Tarifseite nach, wann sich die Tagesmenge erneuert und ob etwas übertragen wird.

Welche Form du auch wählst, lies vor der Zahlung drei Details auf der Tarifseite: wie viel Datenvolumen du bekommst, wann die Tage zu zählen beginnen und was der Tarif macht, wenn das Volumen aufgebraucht ist.

Eine einfache Art, die Menge abzuschätzen: Zähl einen normalen Tag aus den Listen oben zusammen, multipliziere ihn mit den Tagen deiner Reise und rechne einen Puffer für den Tag dazu, an dem du dich im Regen durch eine neue Stadt navigierst.